Zwei Absagen pro Woche klingen nach einem kleinen Problem. Es ist keins.

Rechne es durch: In einer durchschnittlichen Physiotherapiepraxis kostet eine Behandlungseinheit zwischen 50 und 90 Euro — je nach Kassenleistung, Selbstzahler-Anteil und Fachrichtung. Wir nehmen 60 Euro als konservative Mitte.

2 Absagen × 60 € × 48 Arbeitswochen = 5.760 € pro Jahr.

Das ist kein Umsatz der wegbricht. Das ist Umsatz, der nie existiert hat — stiller Verlust, Monat für Monat, ohne dass er in einer Auswertung auftaucht.


Infografik: Was ein leerer Termin wirklich kostet — Formel, Zeitaufwand und ROI

Was die Zahl verschweigt

Die 5.760 € sind nur der direkte Erlösausfall. Hinzu kommt der Aufwand, der unsichtbar dahintersteckt.

Zeit: Wer telefoniert, wenn ein Termin ausfällt? In den meisten Praxen eine MFA oder die Inhaberin selbst. Ein Anruf, um die Absage entgegenzunehmen. Dann durch die Warteliste blättern — physisch oder im Kopf. Dann anrufen. Oft zweimal, weil der erste Patient nicht rangeht. Dann zurückrufen lassen. Durchschnittlich 15 bis 25 Minuten pro Termin, der neu belegt werden soll.

Bei zwei Absagen pro Woche macht das bis zu 40 Stunden pro Jahr, die für nichts anderes genutzt werden können.

Nerven: Was passiert, wenn es nicht klappt? Wenn alle Patienten auf der Warteliste kurzfristig nicht können — weil es 14 Uhr am Dienstag ist, der Termin in zwei Stunden anfängt, und niemand so schnell kommt? Dann bleibt der Termin leer. Trotz Aufwand.

Sonstige Kosten: Ein verpasster Termin bei einem Selbstzahler oder einer Privatperson mit langer Behandlungsserie ist selten nur ein ausgefallener Termin. Er verschiebt den gesamten Behandlungsplan, verlängert Wartezeiten, frustriert Patienten.


Warum Praxen das trotzdem akzeptieren

Die kurze Antwort: weil es keine einfache Alternative gibt — oder keine, von der man weiß.

Papierwartelisten funktionieren, bis sie es nicht tun. Im Ernstfall (kurzfristige Absage am Freitagnachmittag) ist niemand erreichbar, und man fängt mit dem Telefonieren an — von oben nach unten durch die Liste, bis jemand antwortet.

Digitale Wartelisten in Praxissoftware sind häufig träge und unflexibel. Sie informieren den Patienten nicht automatisch, sie schicken keine Nachrichten, sie verlangen immer noch dass jemand aktiv handelt.

Das Ergebnis: Die meisten Praxen haben eine Warteliste, aber keine, die im Moment des Ausfalls auch wirklich liefert.


Was „automatisch" konkret bedeutet

Die Alternative ist nicht Technologie um der Technologie willen. Die Alternative ist ein System, das im Moment der Absage — egal ob Freitag um 17 Uhr oder Montag früh um 7 — selbstständig reagiert:

  1. Patient sagt ab (per App, Telefon, SMS — spielt keine Rolle)
  2. Alle Patienten auf der Warteliste für diesen Zeitslot erhalten automatisch eine Push-Nachricht
  3. Der erste der antwortet, bekommt den Termin
  4. Der Kalender aktualisiert sich

Keine Anrufe. Keine Rückrufe. Kein manuelles Durchblättern.

Für eine Praxis mit zwei Absagen pro Woche bedeutet das, realistisch 60–80 % der ausgefallenen Termine zu retten — weil Patienten auf der Warteliste genau das wollen: kurzfristig an einen Termin zu kommen.


Die tatsächliche Rechnung

Wenn eine Praxis 70 % ihrer Absagen auffängt:

Gerettete Umsätze: ~4.000 € pro Jahr
Eingesparte Zeit: ~28 Stunden
Kosten für Terminfrei: ab 130 € pro Jahr

Der Return ist keine Frage der Größe der Praxis. Er ist eine Frage davon, ob das System im richtigen Moment bereit ist.

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